top of page
Illustration von Karpaltunnelsyndrom.webp

Hilf bei einem

Karpaltunnelsyndrom

Wenn die Hand nachts einschläft, Finger kribbeln oder sich Gegenstände immer

schwerer festhalten lassen, steckt häufig ein Karpaltunnelsyndrom dahinter.

Hier erfährst du, wie sich die Beschwerden zeigen können, was die Ursache

ist und wann gezielte Handtherapie sinnvoll ist.

Wenn Kribbeln, Taubheit und Schmerzen die Hand bestimmen

Ein Karpaltunnelsyndrom – kurz KTS – entsteht, wenn der Mittelhandnerv

(Nervus medianus) im Handgelenk unter Druck gerät. Dieser Nerv verläuft

durch einen engen Kanal aus Knochen und Bändern: den Karpaltunnel.

Wird er dort eingeengt oder gereizt, sendet er Signale, die sich als

Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schmerzen in Hand und Fingern bemerkbar machen.

 

Typisch ist, dass die Beschwerden besonders nachts auftreten oder morgens

direkt nach dem Aufwachen. Viele schütteln dann unbewusst die Hand aus –

ein bekanntes Zeichen, das Betroffene oft über Monate begleitet, bevor

sie ärztliche oder therapeutische Hilfe suchen.

 

Nicht jedes Kribbeln in der Hand ist sofort ein KTS. Aber wenn sich die

Beschwerden häufen, bestimmte Finger immer wieder betroffen sind oder

die Kraft in der Hand spürbar nachlässt, lohnt es sich, genauer

hinzuschauen.

Handmassage

Typische Symptome beim Karpaltunnelsyndrom

Nicht jedes KTS fühlt sich gleich an, aber bestimmte Beschwerden

treten besonders häufig auf.

Wie es zu einem Karpaltunnelsyndrom kommen kann

Beim Karpaltunnelsyndrom ist der Nervus medianus der Auslöser.

Was diesen Nerv unter Druck bringt, kann ganz unterschiedlich sein.

 

Häufig entsteht das KTS nicht durch ein einzelnes Ereignis, sondern durch

eine Kombination aus Veranlagung und Belastung. Der Karpaltunnel ist bei

manchen Menschen von Natur aus enger. Kommt dann eine dauerhafte Reizung

durch wiederkehrende Bewegungen dazu, steigt der Druck auf den Nerv.

 

Typische Auslöser können sein:

 

• viel Arbeit am Computer – langes Tippen oder Arbeiten mit der Maus

wiederholte Greif-, Dreh- oder Hebelbewegungen im Beruf oder Alltag

• Schwangerschaften und hormonelle Veränderungen (Wassereinlagerungen)

bestehende Erkrankungen wie Diabetes, Rheuma oder Schilddrüsenprobleme

• Handgelenksbrüche oder andere Verletzungen in der Vorgeschichte

• dauerhaft ungünstige Handgelenkspositionen bei der Arbeit oder im Schlaf

 

Wichtig: Ein Karpaltunnelsyndrom verschwindet in den meisten Fällen

nicht einfach von selbst, besonders wenn der Nerv bereits länger

belastet ist. Frühzeitiges Handeln kann helfen, eine Verschlimmerung

zu vermeiden.

Karpaltunnelsyndrom Selbsttest: erste Orientierung

Es gibt einfache Tests, die Ärzte und Therapeuten nutzen, um erste

Hinweise auf ein KTS zu bekommen. Zwei davon kannst du selbst ausprobieren –

als erste Orientierung, nicht als Diagnose.

 

Phalen-Test:

Halte beide Handgelenke für 60 Sekunden in maximaler Beugestellung –

Handrücken aneinander, Finger zeigen nach unten. Wenn dabei Kribbeln

oder Taubheit in den Fingern auftritt, kann das ein Hinweis auf ein KTS sein.

 

Tinel-Zeichen:

Klopfe leicht auf die Innenseite des Handgelenks, direkt über dem

Karpaltunnel. Entsteht dabei ein Kribbeln oder ein "Stromschlag-Gefühl"

in den Fingern, ist das ebenfalls ein möglicher Hinweis.

 

Diese Tests ersetzen keine ärztliche Diagnose. Wenn du dir unsicher

bist oder die Beschwerden länger anhalten, ist eine gezielte Untersuchung

der richtige nächste Schritt.

Was bei einem Karpaltunnelsyndrom helfen kann

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt davon ab, wie stark der Nerv

belastet ist, wie lange die Beschwerden schon bestehen und welche

Alltagsaktivitäten sie auslösen.

 

Grundsätzlich gibt es zwei Wege: den konservativen und den operativen.

Bei leichten bis mittelschweren Beschwerden wird häufig zunächst ohne

OP behandelt. Eine Nachtlagerungsschiene kann helfen, das Handgelenk

in einer neutralen Position zu halten und den Druck auf den Nerv

zu reduzieren. Ergänzend sind gezielte therapeutische Maßnahmen sinnvoll.

Handtherapie kann beim Karpaltunnelsyndrom auf mehreren Ebenen helfen:

• Ungünstige Bewegungsmuster und Belastungen werden erkannt und korrigiert

• Mobilisation kann dazu beitragen, den Nerv zu entlasten

• Gezielte Übungen helfen, Kraft und Sensibilität wieder aufzubauen

• Vor einer OP kann Handtherapie die Ausgangssituation verbessern

• Nach einer OP begleitet sie die Rehabilitation und den Wiedereinstieg

in Alltag und Beruf

 

Wichtig ist, die Beschwerden nicht dauerhaft zu ignorieren. Wenn der

Nerv über lange Zeit unter Druck steht, können sich Kraft- und

Gefühlsveränderungen festigen, die sich schwerer zurückbilden.

Händchenhalten (Nahaufnahme)

Karpaltunnelsyndrom Übungen: Was wirklich hilft

Viele suchen nach Übungen, die sie selbst durchführen können – das ist

grundsätzlich sinnvoll. Allerdings kommt es darauf an, welche Übungen

zur eigenen Situation passen. Falsch ausgeführte Übungen können die

Reizung kurzfristig verstärken.

 

Als allgemeine Orientierung: Übungen, die den Nerv sanft mobilisieren

und die Handgelenksbeweglichkeit verbessern, werden oft eingesetzt.

Dazu gehören langsame, kontrollierte Streck- und Beugbewegungen des

Handgelenks sowie Fingerstrecken unter Spannung.

 

Was du immer beachten solltest:

 

• Übungen sollten schmerzfrei oder maximal mit leichtem Ziehen

durchgeführt werden

• Starkes Kribbeln oder Taubheit während der Übung ist ein Stopp-Signal

• Ein individuell abgestimmtes Übungsprogramm ist deutlich wirksamer

als allgemeine Anleitungen aus dem Internet

 

Wenn du wissen möchtest, welche Übungen in deiner Situation sinnvoll sind,

ist ein Termin in unserer Handtherapie in Großrosseln der beste Ausgangspunkt.

Karpaltunnelsyndrom und OP: Wann Handtherapie eine Rolle spielt

Bei ausgeprägten Beschwerden oder wenn konservative Maßnahmen nicht

ausreichen, empfehlen Ärzte häufig eine Operation. Beim KTS wird dabei

das Dach des Karpaltunnels durchtrennt, um den Nerv zu entlasten.

Die OP ist in der Regel ein kurzer Eingriff mit guten Ergebnissen,
aber das Ergebnis hängt auch davon ab, was danach passiert.

 

Handtherapie spielt in beiden Phasen eine wichtige Rolle:

 

Vor der OP (prä-operativ):

In manchen Fällen kann eine gezielte Vorbereitung die Ausgangssituation

verbessern. Zum Beispiel durch Kräftigung, Mobilisation oder

das Erlernen von Schonhaltungen für die erste Zeit nach dem Eingriff.

 

Nach der OP (post-operativ):

Die Rehabilitation beginnt meist schon früh. Ziel ist es, Schwellung

und Narbengewebe zu behandeln, die Beweglichkeit schrittweise

zurückzugewinnen und die Hand wieder sicher und belastbar zu machen 

im Alltag, im Beruf und beim Sport.

 

Wenn du nach einer KTS-OP weißt, was als nächstes kommt, informiere

dich gerne in unserer Handtherapie in Großrosseln.

Du möchtest dir auch andere häufige Handbeschwerden ansehen?

Dann schau dir unsere Übersicht zu Handbeschwerden an.

Empfang-Physiotherapie-Trenz-Kron.png

Handtherapie in der Praxis

Handtherapie wird immer in einer spezialisierten therapeutischen Umgebung durchgeführt.
Informationen zur Handtherapie in unserer Praxis in Großrosseln findest du auf der entsprechenden Standortseite.

FAQ zu Handbeschwerden

bottom of page