top of page
Hände halten

Handbeschwerden im Überblick

Rhizarthrose

Schmerzen beim Öffnen einer Flasche, beim Schlüsseldrehen oder beim Pinzettengriff — das sind die typischen Alltagsmomente bei einer Rhizarthrose. Sie ist die häufigste Arthrose an der Hand überhaupt und betrifft das Daumensattelgelenk, eines der meistbeanspruchten Gelenke im ganzen Körper. Hier erfährst du was dahintersteckt, wie die Stadien sich unterscheiden und welche Behandlung wirklich hilft.

Was ist eine Rhizarthrose?

Das Daumensattelgelenk sitzt direkt an der Daumenbasis, dort wo der Daumen auf die Handwurzel trifft. Es heißt Sattelgelenk weil beide Gelenkflächen sattelförmig geformt sind. Das erlaubt dem Daumen Bewegungen in mehrere Richtungen: beugen, strecken, abspreizen, heranführen und die sogenannte Opposition, also das Gegenüberstellen des Daumens zu den anderen Fingern.
 

Genau diese Bewegungsfreiheit ist der Grund warum dieses Gelenk so häufig verschleißt. Es trägt bei fast jedem Griff Last, und das ein Leben lang. Wenn der Knorpel dünner wird und die Gelenkflächen rauer, entsteht Rhizarthrose.
 

Das Wort kommt aus dem Griechischen: Rhiz bedeutet Wurzel, arthros bedeutet Gelenk. Wurzelgelenk-Arthrose — Arthrose am Ursprung des Daumens.

Illustration Arthrose in Hand oder Fingern.webp

Typische Symptome bei Rhizarthrose

Eine Rhizarthrose äußert sich je nach Betroffenem unterschiedlich –

aber einige Beschwerden sind besonders typisch.

Wie Rhizarthrose entsteht

In den meisten Fällen ist es Verschleiß über Zeit. Das Daumensattelgelenk trägt bei jedem Griff mit — Hunderttausende Male im Jahr. Irgendwann gibt der Knorpel nach.
 

Faktoren die das beschleunigen:
 

Genetische Veranlagung spielt eine große Rolle — Rhizarthrose tritt familiär gehäuft auf. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, besonders nach den Wechseljahren wenn hormonelle Veränderungen das Bindegewebe beeinflussen. Berufe mit viel Greif- und Drehbewegungen erhöhen das Risiko. Frühere Verletzungen am Daumengelenk die nicht vollständig ausgeheilt sind. Intensiver Smartphone- und Tablet-Gebrauch wird diskutiert, ist aber allein selten die Hauptursache.
 

Wichtig: Arthrose ist nicht heilbar, aber die Beschwerden sind in vielen Fällen gut behandelbar. Frühzeitiges Handeln macht einen erheblichen Unterschied.

Die vier Stadien der Rhizarthrose

Rhizarthrose entwickelt sich schrittweise.
Das Stadium bestimmt welche Behandlung sinnvoll ist.

Stadium 1 — Reizung ohne sichtbare Veränderung
Der Knorpel zeigt erste Verschleißzeichen, im Röntgenbild ist noch kaum etwas zu sehen. Belastungsschmerz beim Greifen, aber keine Dauerbeschwerde. Konservative Behandlung ist hier am wirkungsvollsten.
 

Stadium 2 — Beginnender Gelenkspaltverlust
Der Knorpel wird dünner, im Röntgenbild zeigt sich ein verschmälerter Gelenkspalt. Schmerzen treten regelmäßiger auf, auch nach moderater Belastung. Schienen, Handtherapie und ggf. Kortison-Injektion kommen zum Einsatz.
 

Stadium 3 — Deutlicher Knorpelverlust
Ausgeprägte Veränderungen im Gelenk, knöcherne Anbauten (Osteophyten) sichtbar. Dauerschmerz möglich. Wenn konservative Maßnahmen nicht mehr ausreichen, wird eine Operation diskutiert.
 

Stadium 4 — Fortgeschrittene Zerstörung
Das Gelenk ist stark deformiert, die Funktion massiv eingeschränkt. Operativer Eingriff ist in den meisten Fällen die einzige Option.

Rhizarthrose Selbsttest — erste Orientierung

Zwei Tests die Ärzte standardmäßig einsetzen und die du selbst ausprobieren kannst:
 

Grind-Test: Umfasse den Daumen mit der anderen Hand und drücke ihn leicht in Richtung Handgelenk, während du ihn gleichzeitig rotierst — wie ein Stempel eindrehen. Entsteht dabei ein Schmerz oder ein Knirschgefühl direkt an der Daumenbasis, ist das ein klassischer Hinweis auf Rhizarthrose.
 

Pinzettengriff-Test: Versuche Daumen und Zeigefinger fest zusammenzudrücken. Wenn das mit Schmerz an der Daumenbasis verbunden ist oder die Kraft deutlich nachgelassen hat, kann das auf das Daumensattelgelenk hinweisen.
 

Beide Tests ersetzen keine ärztliche Diagnose. Dafür braucht es ein Röntgenbild.
Aber wenn beide Tests positiv sind und die Beschwerden regelmäßig auftreten,
ist eine gezielte Untersuchung der nächste sinnvolle Schritt.

Was bei Rhizarthrose wirklich hilft

Konservative Behandlung ist bei Rhizarthrose sehr erfolgsversprechend, eine Operation brauchen die wenigsten. Was konkret hilft hängt vom Stadium ab.

Orthese und Schiene

Orthesen stabilisieren das Gelenk und ruhigen es, besonders nachts. Tagsüber gibt es weichere Varianten die Bewegung noch erlauben aber das Gelenk stützen. Wichtig: Die Schiene muss richtig sitzen und angepasst sein. Eine schlecht sitzende Orthese kann mehr schaden als nutzen.

Wärme und Kälte

Bei akuter Entzündung hilft Kühlung. In ruhigen Phasen ist Wärme besser. Sie lockert die Gelenkkapsel und Muskulatur und bereitet das Gelenk auf Bewegung vor. Paraffinbäder mit 50–52 Grad können Schmerzen lindern, Schwellungen reduzieren und die Gelenkkapsel lockern.

Gezielte Bewegung statt Schonung
Das klingt kontraintuitiv, ist aber entscheidend: vollständige Ruhigstellung verschlechtert Arthrose langfristig. Sanfte, regelmäßige Bewegung hält den Knorpel ernährt und die umliegende Muskulatur aktiv. Die Muskulatur rund ums Daumensattelgelenk ist der wichtigste Schutzfaktor. Sie übernimmt einen Teil der Last die sonst der Knorpel trägt.

Belastungsmanagement im Alltag Welche Griffe belasten das Gelenk besonders? Wie lassen sie sich anpassen? Hilfsmittel wie Flaschenöffner, dickere Griffe oder ergonomische Werkzeuge können die tägliche Belastung erheblich reduzieren.

Händchenhalten (Nahaufnahme)

Handtherapie bei Rhizarthrose

Handtherapie setzt bei Rhizarthrose auf mehreren Ebenen an:

Zunächst wird eingeordnet welches Stadium vorliegt und welche Bewegungen das Gelenk aktuell am meisten belasten. Darauf aufbauend wird ein individuelles Programm erarbeitet. Keine allgemeine Übungsliste, sondern auf die konkrete Situation abgestimmt.

Kräftigungsübungen für die Thenarmuskulatur (die Daumenballenmuskulatur) sind ein zentraler Baustein. Eine kräftige Muskulatur rund ums Sattelgelenk schützt den Knorpel langfristig besser als jede Schiene allein.

Mobilisation hält die Beweglichkeit so lange wie möglich erhalten. Und die Schienenversorgung wird angepasst: welche Orthese für welche Situation, wie lange tragen, wann weglassen.

Nach einer Operation begleitet Handtherapie die gesamte Rehabilitation: Beweglichkeit fördern, Kontrakturen reduzieren und die Hand schrittweise an Greifformen und Alltagsbelastungen heranführen.

Wann operiert werden muss

Die meisten Betroffenen kommen ohne Operation aus.
Aber es gibt Situationen wo ein Eingriff der richtige nächste Schritt ist:
 

Wenn Dauerschmerz trotz konsequenter konservativer Behandlung über Monate nicht besser wird. Wenn das Gelenk so stark deformiert ist dass die Funktion massiv eingeschränkt ist. Wenn der Alltag dauerhaft nicht mehr bewältigbar ist.
 

Das häufigste Verfahren ist die Trapezektomie: Das Trapezbein (ein kleiner Handwurzelknochen der das Sattelgelenk mitbildet) wird entfernt. Das klingt radikal, hat aber in der Regel gute Ergebnisse. Die anschließende Handtherapie ist dabei entscheidend für das Endresultat.

Du möchtest dir auch andere häufige Handbeschwerden ansehen?

Dann schau dir unsere Übersicht zu Handbeschwerden an.

Empfang-Physiotherapie-Trenz-Kron.png

Handtherapie in der Praxis

Handtherapie wird immer in einer spezialisierten therapeutischen Umgebung durchgeführt.
Informationen zur Handtherapie in unserer Praxis in Großrosseln findest du auf der entsprechenden Standortseite.

FAQ zu Handbeschwerden

bottom of page